Wahrscheinlichkeit & Statistik · Mittelwert und Median

Mittelwert und Median

Der Mittelwert ist die Summe der Werte geteilt durch ihre Anzahl. Der Median ist der mittlere sortierte Wert, bei gerader Anzahl die Mitte der beiden mittleren. Der Mittelwert gleicht die Abstandssummen auf beiden Seiten aus, der Median die Anzahlen. Ein ferner Punkt zieht den Mittelwert mit; den Median bewegt er nur, wenn er die mittleren Werte verändert.

Mittelwert und Median in dieser Visualisierung

Jeder Wert ist ein dunkler Punkt auf einer Zahlengeraden; gleiche Werte stapeln sich. Das gelbe Dreieck darunter ist der Mittelwert xˉ\bar{x}, die gestrichelte Linie der Median MM. Beim Verschieben eines Werts halten blasse Marken frühere Positionen fest. Ein eingeblendeter Pfeil zeigt, wie weit der Mittelwert gewandert ist.

Der Mittelwert: Die Abstände beider Seiten gleichen sich aus
xˉ=1n∑i=1nxi,∑i=1n(xi−xˉ)=0\bar{x} = \frac{1}{n}\sum_{i=1}^{n} x_i, \qquad \sum_{i=1}^{n} (x_i - \bar{x}) = 0

Was bringt der Mittelwert ins Gleichgewicht? Abstände. Die Werte links von ihm sind zusammen genau so weit entfernt wie die Werte rechts von ihm. Deshalb wirkt das Dreieck wie der Drehpunkt einer Wippe. Verschiebe einen Wert um Δ\Delta, dann ändert sich die Summe um Δ\Delta und der Mittelwert um Δ/n\Delta/n. Verschiebst du bei neun Werten die 7 auf 50, wandert der Mittelwert um 43/9≈4.7843/9 \approx 4.78. Wie weit ein Wert auch geht, der Mittelwert folgt.

Was bringt der Median ins Gleichgewicht? Anzahlen. In der sortierten Liste ist er der mittlere Wert, bei geradem nn die Mitte der beiden mittleren. Daher liegt höchstens die Hälfte der Werte darunter und höchstens die Hälfte darüber. Solange die mittleren Werte unverändert bleiben, bewegt sich der Median nicht, egal wie weit ein äußerer Wert verschoben wird. Ziehst du einen Wert durch die Mitte, kann der Median jedoch mitwandern. Soll er über allen ursprünglichen Werten liegen, müssen der mittlere Wert – bei geradem nn der obere der beiden mittleren – und alle darüberliegenden Werte veränderte Werte über dem alten Maximum sein. Bei festem nn sind dafür mindestens ⌈n/2⌉\lceil n/2 \rceil Änderungen nötig, bei neun Werten also fünf.

Warum heißen beide ein Zentrum? Aktiviere „Zentrum ausprobieren“ und wähle einen Punkt cc. Das untere Diagramm zeigt zwei mittlere Abstände von cc zu den Werten. Die durchgezogene Kurve ist der quadratische Mittelabstand, also die Wurzel aus dem Mittel der quadrierten Abstände, und erfüllt RMS(c)2=σ2+(c−xˉ)2\mathrm{RMS}(c)^2 = \sigma^2 + (c - \bar{x})^2. Sie ist am Mittelwert am niedrigsten und entspricht dort der Standardabweichung σ\sigma, wobei die Varianz den Nenner nn verwendet. Die gestrichelte Kurve, der mittlere absolute Abstand, besteht aus Geradenstücken. Zwischen zwei Werten hat sie die Steigung (L−R)/n(L - R)/n: Links von cc liegen LL Werte, rechts RR. Ein Schritt nach rechts vergrößert die Abstände zu den LL linken Werten und verkleinert sie zu den RR rechten. Die Kurve ist überall dort am niedrigsten, wo auf keiner Seite mehr als die Hälfte der Werte liegt; der Median gehört immer dazu. Ist nn gerade und sind die beiden mittleren Werte verschieden, ist der Boden zwischen ihnen flach. Der Median liegt in seiner Mitte.

Worauf du achten kannst

  • Bei zwei Gruppen können sowohl Mittelwert als auch Median in der Lücke dazwischen liegen, wo gar kein Datenwert vorkommt.
  • Ein langer rechter Ausläufer legt den Mittelwert meist über den Median, aber nicht immer.
  • Ein getrimmter Mittelwert entfernt an beiden Enden gleich viele Werte und mittelt den Rest. Das schwächt extreme Werte ab, führt aber nicht unbedingt zu einem Wert zwischen Mittelwert und Median.

Bedienung

  • Klicke auf eine freie Stelle im Punktdiagramm, um einen Wert hinzuzufügen. Delete entfernt den ausgewählten Wert.
  • Ein gezogener Punkt hält am Rand des sichtbaren Bereichs an. Soll er weiter hinaus, gib unter „Ausgewählt“ den neuen Wert ein.

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